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Polarisation

Bei terrestrischen Funkverbindungen (z. B. vom Fernsehturm zur Dachantenne) kann man durch günstige Ausrichtung der Empfangsantenne zwar den Empfang verbessern, man erhält bei einer eingestellten Frequenz aber immer nur den einen Kanal, der auf dieser Frequenz sendet. Das ist möglich, weil die ausgestrahlten elektromagnetischen Wellen auf ihrem Weg von der Sendeantenne in alle Richtungen schwingen: rechts-links, oben-unten, linksunten-rechtsoben und so weiter – die Antenne empfängt also jeweils den Anteil der Wellen, der parallel zu ihrer Ausrichtung schwingt.

TV-Satelliten übertragen (senden) die Signale hingegen anders, nämlich polarisiert. Die Wellen schwingen also alle entweder rechts-links oder oben-unten, also horizontal oder vertikal. Da sich die Signale auch nach ihrer Polarisation getrennt empfangen und auswerten lassen, bietet es sich an, auf ihnen unterschiedliche Informationen zu übertragen. Bei gleicher Band- und Kanalbreite lassen sich also doppelt soviele TV-Sender übertragen. Alternativ könnte man auch die Bandbreite (Frequenzbereich) vergrößern; da jedoch unterschiedliche Frequenzen unterschiedliche Hardwareanforderungen stellen (andere Wandlerkomponenten, Leiterquerschnitte und -längen etc.) und weil die verfügbaren Frequenzen auch noch andere Dienste (z. B. Datenübertragung, Seefunk, GPS) abdecken müssen, wählte man die Verteilung der Sender auf zwei Polarisationsebenen.

Zwischenfrequenz

Damit die Signale die gut 36.000 km gut überstehen und möglichst wenig von der Atmosphäre gestört werden (Dämpfung), sind hohe Frequenzen nötig; die Astra-Satelliten funken auf 10,7-11,9 GHz. Diese für die elektromagnetische Funkübertragung gut geeigneten Frequenzen werden als elektrischer Wechselstrom in einem Kabel allerdings so schnell gedämpft, daß schon bei wenigen Metern normaler Kupferleitung kein verwertbares Signal mehr ankommt. Daher werden die in der Satellitenschüssel, genauer: dem LNB empfangenen Signale sofort auf 950-2150 MHz heruntergeteilt. Diesen Frequenzbereich nennt man (etwas unpräzise im Singular) Zwischenfrequenz. Was beim Funk als Polarisation funktioniert, ist im Kabel unmöglich: jede Frequenz kann nur einmal belegt werden. Eine Unterscheidung nach horizontal oder vertikal ist im Kabel nicht möglich. Um jetzt die doppelte Zahl gesendeter TV-Kanäle auf die Zwischenfrequenz(en) zu verteilen, könnte man die Freuquenzbreite der Kanäle halbieren, was schlecht für die Übertragungsqualität wäre, oder man verdoppelt den Zwischenfrequenzbereich, was wie bei der Satellitentechnik höhere Anforderungen an die Sende- und Empfangstechnik stellt und damit die LNBs, Receiver und Verteiler viel teurer werden ließe. Zudem hatte man in den Anfangstagen der TV-Satellitenempfangstechnik für den Privatverbraucher das Konzept "Eine Schüssel versorgt einen Fernsehempfänger" im Blick; bei diesem Aufbau teilte man dem LNB mit, ob man einen vertikal oder einen horizontal ausgestrahlten Kanal sehen möchte, so daß der LNB nur die gewünschte eine Polarisationsebene auf die Reise durchs Kabel schicken mußte.

Seit einiger Zeit aber sind Multiversorgungen üblich, bei denen eine Schüssel schon in einem Haushalt mehrere Geräte mit unterschiedlichen TV-Kanälen versorgen soll (z. B. einen Kanal ansehen, einen anderen aufzeichnen). Damit wird klar, daß ein LNB für jede Polarisationsebene ein eigenes Kabel benötigt.

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